Trinkwasser

Das aus zwei Quellen im IV. Tiefbau gewonnene Wasser wurde in einem unterirdischen Behälter gesammelt und durch den Barbaraschacht hindurch in einen 146 m höher gelegenen Wasserbehälter gepumpt. Dieser betonierte Wasserhochbehälter befand sich unmittelbar neben der Barbaraschachtanlage und versorgte 1959 in der Luitpoldhütte, in Neuricht, in Traßlberg, in Witzlhof und in der Gümbelstraße etwa 4.800 Menschen mit Trinkwasser. Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung musste 1966 nach der Einstellung des Bergbaubetriebes und noch vor dem Verfüllen des Barbaraschachtes, eine dieser Quellen nach über Tage gebohrt, mit einer oberirdischen Brunnenkammer versehen und über eine Rohrleitung an den Hochbehälter angeschlossen werden. Im Zuge der Sanierung der Deponie wurde 2013 die Brunnenkammer zurück gebaut und der Brunnenschacht zum Schutz des Grundwassers fachgerecht verfüllt.

1988 hat die Luitpoldhütte ihre eigene Wasserversorgung eingestellt und sich an das städtische Wassernetz angeschlossen.

Trinkwasserversorgung 1945 - 1947

Die Bombenangriffe am 11/14.04.1945 auf die Luitpoldhütte hatten die zentrale Stromversorgung für das Bergwerk zerstört. Dadurch konnten die unter Tage liegenden Pumpen das Grubenwasser nicht mehr entsorgen. Die Gruben füllten sich innerhalb kürzester Zeit 40 m hoch mit Wasser. Mit dem Absaufen der unterirdischen Trinkwasserpumpen fiel auch die gesamte Trinkwasserversorgung aus. Wegen der damaligen Probleme bei der Ersatzteilebeschaffung und der Entlassung mehrerer Fach- und Führungskräfte (auf Grund des Gesetzes Nr. 8 der US-Behörden zur Entnazifizierung) dauerte es bis Anfang 1947 bis die Versorgung mit Trinkwasser wieder hergestellt werden konnte. Erschwerend kam hinzu, dass viele der in dieser Zeit vorhandenen oder neu angelegten privaten Brunnen wegen starker Verunreinigungen durch tierische Abfallprodukte vom Gesundheitsamt gesperrt werden mussten.

Trinkwasserversorgung bis 1965

Bereits 1935 wurde nach einem Wassereinbruch im IV. Tiefbau das austretende Quellwasser in einem unterirdischen Trinkwasserspeicher gesammelt und dann mit Pumpen durch den Barbaraschacht 146 m hoch  zum Wasserhochbehälter gedrückt.

Ab 1950 wurde zusätzlich Quellwasser, das aus einem im IV. Tiefbau angeschlagenem alten Bohrloch (J.B.G.8) von 1907 austrat, gesammelt und über Rohre in den bereits vorhandenen Trinkwasserspeicher geleitet. Von dort wurde es mit einer Pumpe in die  III. Tiefbausohle zu einem weiteren Wasserspeicher gepumpt und dann mit einer Pumpe auch durch den Barbaraschacht zum Wasserhochbehälter gedrückt.

Trinkwasserversorgung ab 1965 geplant

Um die Trinkwasserversorgung auch nach der bevorstehenden Stilllegung des Bergbaus und damit auch nach dem Abbau aller unterirdischen Pumpen und Rohre sicherzustellen wurde beabsichtigt, auf der Platte direkt neben dem Hochbehälter, einen neuen bis zu 190 m tiefen Brunnen zu bohren. Da die Schüttung dieses Brunnens aber unzureichend war ging er nie in Betrieb. Der Schacht wurde 1968 mit einem eisernen, heute noch sichtbaren, Deckel verschlossen.

Trinkwasserversorgung ab 1966

Da die  Brunnenbohrung neben dem Hochbehälter nicht erfolgreich war, wurde vom alten, wasserführenden Bohrloch (J.B.G.8) aus, in der IV. Tiefbausohle, eine Rohrstrecke zu einem neu angelegten Pumpensumpf unter dem Theresienstollen gebaut. Von dort aus wurde ein 111 m tiefer Brunnenschacht zur Tagesoberfläche hochgebohrt und mit einer betonierten Kammer abgeschlossen. Eine durch den  Brunnenschacht bis zum Pumpensumpf eingelassene Tauchpumpe drückte das Wasser in den Hochbehälter. (Über den exakten Verlauf der Rohrstrecke zwischen der Brunnenkammer und Hochbehälter war in den Unterlagen nichts zu finden)

Wasserhochbehälter 2025

Der ehemalige Wasserhochbehälter bestand aus teilweise unterirdisch angelegten Betonbecken mit zwei Kammern von jeweils 250m³ Inhalt. Etwa 50 m westlich davon ist noch ein alter Hochbehälter mit 2x40m³ Inhalt zu erkennen. Beide Behälter sind trotz des starken Bewuchses durch ihre Aufschüttungen vom Erzweg aus immer noch gut sichtbar.

Auf dem großen Hochbehälter steht noch ein olivfarbiger Zylinder als Teil einer Entsäuerungsanlage, die 1968 in Betrieb genommenen wurde. Sie diente dazu, den im Quellwasser des Erzberges vorkommenden Anteil von Kohlensäure zu reduzieren. Die Kohlensäure wirkte korrosiv auf metallische Wasserleitungen und führte bis dahin zu vielen Beanstandungen wegen Rostpartikeln im Trinkwasser.