Bergbaugeschichte

Die Gewinnung, die Verhüttung und der Handel mit Eisenerz im Raum Amberg hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Über Ausgrabungen, durch schriftliche Überlieferungen aus dem Mittelalter und durch neuzeitliche Dokumente konnten Archäologen, Historiker und Heimatforscher die Amberger Bergbaugeschichte mosaikartig zusammensetzen und in unzähligen Büchern und Artikeln beschreiben, auf die im Quellenverzeichnis verwiesen werden.

Bis zum 16. Jahrhundert

Der Bergbau um Amberg geht bis ins 8. Jh. zurück und erreichte Ende des 16. Jh. seine Blütezeit. Ausschlaggebend dafür war auch die zwischen Amberg und Sulzbach 1341 geschlossene erste "Hammereinung" und 1387 die große "Hammereinung", eine kartellmäßige Absprache, in dem die Bergbau-, Verhüttungs- und Handelsinteressen beider Städte mit den örtlichen Hammerwerken vertraglich geregelt wurden. Amberg erhielt Privilegien im Handelsverkehr, das Monopol zum Erzabbau am Erzberg und hatte das alleinige Recht zur Erz- und Eisenverschiffung auf der Vils. Damit kam die Stadt zu Reichtum und zu seinen heute noch sichtbaren Baudenkmälern und der einzigartigen Stadtbefestigung.

Ab dem 17. Jahrhundert

Durch die politischen und religiösen Wirrungen im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), infolge auch mit der Zerstörung der Berg-, Hütten- und Hammerwerken, kam in der gesamten Oberpfalz, dem einstigen "Ruhrgebiet des Mittelalters", das Geschäft mit Eisen fast vollständig zum Erliegen.

Die "Hammereinung" lief 1626 aus.

Das durch den Krieg verarmte Amberg überließ die Nutzungsrechte am Erzberg dem Landesherren, der 1693 den Bergbaubetrieb wieder aufnahm und der Stadt eine Beteiligung an der Ausbeute zusagte. Ein merklicher Aufschwung erfolgte dann im 18. Jh. durch kurfürstliche Hüttenwerke und einer zunehmenden Zahl von privaten Hammerwerken.

Ab dem 19. Jahrhundert

Mit dem Ausbau der Schächte und Stollen am Erzberg, durch den Einsatz von Dampfmaschinen ab 1830 und von elektrischen Maschinen ab etwa 1900 sowie durch den Betrieb der ersten Hochöfen ab 1883 setzte sich in Amberg der industrielle Bergbau durch.

Die 1911 gegründete Luitpoldhütte hat den Bergbau in Amberg, bis zu seiner Einstellung 1964, maßgeblich geprägt.