Luitpoldstollen

Der Luitpoldstollen (auch Hochofenstollen genannt) stellte eine unterirdische Verbindung des Barbaraschachtes mit den Hochöfen der Luitpoldhütte her. Vorher musste das Erz von der Schachtöffnung oberirdisch und steil bergab in - durch Seile abgebremste - Förderwägen zum Hochofen transportiert werden.

Der 1889 gegrabene Stollen führte 41 m unter der Barbaraschachtöffnung durch den Erzberg bis zu seinem Mundloch (Stolleneingang) knapp unterhalb der heutigen Dr.-Robert-Strell-Straße. Aus dem Mundloch heraus führten dann die Gleise einer Schmalspurbahn weiter zu Erzbunkern, zu einer Erzsortier- und Aufbereitungsanlage und anschließend über eine eiserne Brücke zur Gicht  (obere Öffnung) des Hochofens.

In den Hochzeiten der Erzgewinnung wurden durch den Stollen jährlich 120.000 t Eisenerz befördert.

Hochofenbrücke

Über die imposante, insgesamt 80 m lange und 20 m hohe Hochofenbrücke wurde das sortierte Eisenerz zusammen mit Koks, Kalk und weiteren Zuschlagstoffen direkt zur Gicht des Hochofens transportiert.

Schmalspurbahn

Die Förderwägen wurden ab 1889 im Stollen durch Pferde gezogen. Ab 1913 kamen Benzol-Lokomotiven und ab 1940 Diesel-Lokomotiven der Firma Deutz zum Einsatz. Über die Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 560 mm wurden bis zu 30 Förderwägen gleichzeitig zu den Erzbunkern und zu der Erzsortier-und Aufbereitungsanlage am Hochofen gezogen.

Stollen und Mundloch

Der Stollen wurde 1889 vom Barbaraschacht aus gegraben und hatte eine Länge von 275 m. Zur Absicherung erfolgte der Ausbau in Holzbauweise bzw. bei höherem Bergdruck mit Betonformsteinen. Der Stollen diente hauptsächlich zur Erzförderung und der Bewetterung (Frischluftversorgung) der unterirdischen Bergbauten. Durch ihn wurde aber auch das anfallende Grubenwasser der Tiefbauten in ein (aktuell nicht mehr vorhandenes) Becken am Mundloch geleitet und in der Luitpoldhütte als Nutzwasser verwendet.

Das Mundloch wurde nach Einstellung des Bergbaus 1964 zwei Jahre später zugemauert. Es liegt auf einem für die Öffentlichkeit nicht zugängigem Grundstück.